Ich unterstütze die Initiative "Der Ball muß rollen", die sich gegen die Absetzung der Radiosendungen von Klaus Walter, Volker Rebell und Werner Reinke im hessischen Rundfunk wendet:
Lieber Christoph Reichelt, liebes "derballistrund.org"-Team,
vielen Dank für Eure heutige Mail. Ich kann Euch nicht sagen, wie empört ich über das arrogante Verhalten des hr bin. Die Sendungen von Klaus Walter und Volker Rebell haben mich seit meiner Jugend begleitet und sozialisiert. Nicht nur die hörbare Qualität der Sendungen, auch die offensichtliche menschliche Kompetenz der Moderatoren machen sie zu den letzten beiden Sendungen auf hr3, die ich überhaupt noch höre.
Die einzige weitere verbleibende Sendung im gesamten hessischen Rundfunk, die ich einschalte, ist "Der Tag" – eine Sendung, die durch ihre unfreiwillige Verbannung nach hr2 leider viel von ihrer ursprünglichen Frische und Schärfe verloren hat. Hier wird die Frustration der "abgeschobenen" Radioredakteure unmittelbar hörbar. Die Sendung "Schwarzweiß", die meiner Meinung nach zu ihrer Zeit beste Musiksendung im deutschen Radio, an der auch Rebell und Walter mitwirkten, wurde zeitgleich komplett abgesetzt. Eine beispiellose Fehleinschätzung der Qualität dieser Sendungen und ihrer Bedeutung für den Bildungsauftrag des hr. (Eines Auftrags, den die hr-Verantwortlichen in zunehmendem Maße als nicht mehr relevant zu empfinden scheinen.)
Volker Rebell habe ich kürzlich getroffen und die Frustration war ihm deutlich anzumerken. Ich meinerseits habe mich im Laufe des Abends immer wieder über den hr geärgert. Man muß Volker Rebells Musikgeschmack nicht teilen, man muß seine Multimediashows und seine Vorliebe für Weltmusik nicht teilen. Aber wenn ein (noch-) Mitarbeiter von hr3 unter hr3-Flagge auf eine Live-Tour geht, dann sollte man ihm doch mindestens mal einen Roadie und einen Techniker zur Seite stellen. Doch da war kein hr3-Mitarbeiter weit und breit, kein Techniker, keiner für Licht, keiner für Sound, nichts. Mir drängte sich unmittelbar der Eindruck auf, daß der hr hier einen ungeliebten Redakteur bewußt auflaufen ließ. Doch Volker Rebell ist den ganzen Abend im hr3-TShirt herumgelaufen.
Das ist für mich das schlimmste an der Sache, mitanzusehen, wie diese Radiopolitik auch noch die Radioredakteure frustriert hinterläßt. Im Fall von Klaus Walter und Volker Rebell sind dies Menschen mit immensem Fachwissen, jahrzehntelanger Erfahrung und großer Liebe zur Musik und zum persönlichen Engagement – und niemand läßt sie mehr senden. Ich bin empört, verärgert. Wenn es eine Möglichkeit gäbe, einem Sender seinen Anteil an meinen Rundfunkgebühren zu sperren, ich würde es für den hr sofort tun. Mit diesem letzten absurden Akt der Selbstverstümmelung enthebt sich der Sender selbst seiner Daseinsberechtigung als öffentlich-rechtlichem Radiosender.
Bitte, liebes "derballistrund"-Team, macht so viel Tumult, wie Ihr nur könnt. Eure Schwesterinitiative "rettedeinradio.de", die sich gegen die Einstellung von "Der Tag" und "Schwarzweiß" wandte, ist leider wirkungslos verpufft. Bitte sorgt dafür, daß Ihr mehr Eindruck hinterlaßt. Die monatliche Zahlung von Gebühren konstituiert selbstredend ein Mitspracherecht an der Programmgestaltung der öffentlich-rechtlichen Medien. Bitte gebt uns entsetzten Hörern eine Stimme, die in der deutschen Radiolandschaft unüberhörbar ist.
Was Ihr gegen den Dudelfunk im hessischen Rundfunk tun könnt:
- Unterzeichnet die Petition der Inititative "Der Ball muß rollen". Euer Eintrag kann anonym erscheinen, wenn Ihr wollt. Macht die Initiative auch bei Freunden und Kollegen bekannt.
- Schreibt Mails an die betroffenen Redakteure Klaus Walter, Volker Rebell und Werner Reinke. Damit ändert Ihr zwar nichts an der Abschaffung ihrer Sendungen, doch ich finde es wichtig, daß sie von der Existenz ihrer Hörer erfahren.
- Schreibt eine Mail an Jörg Bombach, den Programmleiter von hr3. Er entscheidet darüber, welche Redakteure auf hr3 senden dürfen.
- Hört und unterstützt Byte.FM, das Internetradio, bei dem auch Klaus Walter seit 2008 tätig ist. Alle Redakteure bei Byte.FM arbeiten ehrenamtlich ohne Bezahlung. Byte.FM ist auf Eure Unterstützung angewiesen, um ein dauerhaftes Gegengewicht gegen den Dudelfunk der herkömmlichen Sender bilden zu können. Ihr könnt Byte.FM durch Spenden unterstützen, oder indem Ihr Partner aus Industrie und Kultur gewinnt, die das Radio unterstützen. Gründer und Verantwortlicher von Byte.FM ist Ruben Jonas Schnell, ehemals u.a. auch Redakteur beim hessischen Rundfunk.
- Kündigt Eure Lastschriftgenehmigung für die GEZ und richtet einen Dauerauftrag zugunsten von Byte.FM in gleicher Höhe ein.
