Freitag, 20. Oktober 2006

Viel Glück!

Vor meinem Fenster befindet sich gerade ein Schwarm Marienkäfer.

Wissenschaftler…

Aus dem Wikipedia-Eintrag zu Katie Melua's Lied Nine Million Bicycles:

"On September 30, 2005, an article appeared in The Guardian newspaper in which physicist Simon Singh criticised the song's lyrics. Singh said that with the song Melua 'demonstrates a deep ignorance of cosmology and no understanding of the scientific method', and objected to its second verse, where the song's protagonist '[contrasts] such guesswork with her own confidence in her blossoming long-term love':

We are 12 billion light-years from the edge,
That's a guess — no-one can ever say it's true,
But I know that I will always be with you

Singh interpreted the first lyric as a statement that the observable universe was twelve billion years old, which he said was incorrect; according to 'the very latest data', the universe was actually 13.7 billion years old. He added, 'the next line in the song is unforgivable. To say that the age of the universe is 'a guess' is an insult to a century of astronomical progress. The age of the universe is not just 'a guess', but rather it is a carefully measured number that is now known to a high degree of accuracy'. He wrote replacement lyrics which he believed would, if used, remedy his concerns:

We are 13.7 billion light-years from the edge of the observable universe,
that's a good estimate with well-defined error bars,
Scientists say it's true, but acknowledge that it may be refined,
and with the available information, I predict that I will always be with you

Singh's statements received moderate coverage in the media, and led Batt to submit a response to The Guardian in which he defended his right to poetic license. Melua agreed to re-record the song's second verse with Singh's proposed lyrics, though she said she encountered difficulty fitting in all of the syllables. The revised version, which omitted the line 'Scientists say it's true, but acknowledge that it may be refined', premiered on the radio show The Today Programme on October 15. Melua said that she felt embarrassed by the error in the song, particularly given that she had been a member of her school's astronomy club. Singh himself later said he intended his article to be 'to some extent ... tongue-in-cheek', but that he also wanted to defend principles in cosmology 'that are on much firmer ground'. He added that he believed his response to the song's lyrics had helped introduce cosmology to a wider audience, and said that 'the writing of the original article was probably the most productive hour of my career'."

Donnerstag, 19. Oktober 2006

Sonntag, 8. Oktober 2006

Das Märschen von Mach und Helmholtz

Eben noch als Kommentar im Elektroooblog, jetzt schon hier bei uns am Schneesee: Das Märschen von Mach und Helmholtz, den großen Physikern I+II, und wie sie zu ihren Namen kamen.

Dies aber ist die Geschichte vom Mache-Ernst und vom Helmholtz-Hermann.

Es war eine Zeit, da lebten zwei Knaben, die waren die besten Freunde im Dorfe, und zwei ausgedachte Rabauken noch dazu. Kein Schülerstreich ward ausgeheckt, kein Gottestdienst ward gestöret, als daß nicht dabei die Namen unsrer zwei Spitzbuben in die Rede kamen. Die hießen aber der Hermann Holzkopf, und der Ernst, und der war so arm, daß er nicht einmal einen Namen hatte.

Nun kam aber die Zeit, da wurden die zwei Freunde sich recht feind, so daß keiner dem andern grad die Suppe im Teller hat leiden wollen. "Ein recht dummer August bist du", sprach da der Ernst zu dem Hermann, "heißest ja schon Holzkopf!" "Und du, du machest ja niemals einen rechten Scherz mit", sprach der Hermann, "Du habest ja nicht einmal einen Namen!" So und noch viel ärger hörte man die zwei sich streiten. Da aber im tiefen Innern die beiden sich doch wahrlich und eigentlich herzensgut waren, so zwackte es sie doch so arg in ihren Seelen, daß sie gar griesgrämlich und unfroh im Leben wurden.

"Dir werd ich’s zeigen, ob ich ein Holzkopf bin!", sprach da der Holzkopf-Hermann, "Die Physik will ich studieren, und die Energieerhaltung will ich entdecken!", und seinen Namen, den änderte er in "von Helmholtz", auf daß nicht er und nicht seine Kinder je wieder Holzkopf geheißen würden, und auf das "von" und das zusätzliche "t" im Namen, da war er so recht stolz. Der Ernst aber, wie er das sah, da sagte der ganz schnelle: "Du Hermann, da mach ich mit! Ich studier auch die Physik, und schneller als ein Knall will ich fliegen!". Und da ward aller Unbill wie weggefeget, und der Hermann studierte die Physik und fand die Energieerhaltung, und der Erst, der machte so richtig mit, und flog schneller als der Knall. Und da sagte der Ernst: "Hermann, eine Freude ist das, daß Du nicht mehr 'Holzkopf' heißest, sondern 'von Helmholtz'", (und ganz heimlich war auch er ein bisserl stolz auf das 'von' und das zusätzliche 't' im Namen), und der Hermann, der sagte: "Ach mein lieber Ernst, und ich bin doch so recht froh, daß Du nun auch einmal gar richtig mitmachst!"

Und von dem Tage an, da waren die zwei nur mehr der Helmholtz-Hermann und der Mache-Ernst genannt, und sie blieben ihr Lebtag die zwei besten Freunde, die man sich nur vorstellen kann.

Rüdiger

Freitag, 6. Oktober 2006

Der Lesende

Und wenn ich jetzt vom Buch die Augen hebe,
wird nichts befremdlich sein und alles groß.
Dort draußen ist, was ich hier drinnen lebe,
und hier und dort ist alles grenzenlos.

Wie schön. Meine Kollegin Inna hat mich (und das tut sie öfter) heute Mittag in der Kantine überrascht, indem sie auswendig die russische Übersetzung eines Gedichtes von Rilke rezitierte. Wie sie sagt war sie nachträglich von der deutschen Originalfassung enttäuscht, da sie offenbar nicht die gleiche sprachliche Schönheit besitzt. Obgleich ich das mangels sprachlicher Fähigkeiten nicht nachempfinden kann, so kann ich es mir bei einer wirklich guten Übersetzung jedoch vorstellen.

Der Lesende

Ich las schon lang. Seit dieser Nachmittag,
mit Regen rauschend, an den Fenstern lag.
Vom Winde draußen hörte ich nichts mehr:
mein Buch war schwer.
Ich sah ihm in die Blätter wie in Mienen,
die dunkel werden von Nachdenklichkeit,
und um mein Lesen staute sich die Zeit. —
Auf einmal sind die Seiten überschienen,
und statt der bangen Wortverworrenheit
steht: Abend, Abend… überall auf ihnen.
Ich schau noch nicht hinaus, und doch zerreißen
die langen Zeilen, und die Worte rollen
von ihren Fäden fort, wohin sie wollen…
Da weiß ich es: über den übervollen
glänzenden Gärten sind die Himmel weit;
die Sonne hat noch einmal kommen sollen. —
Und jetzt wird Sommernacht, soweit man sieht:
zu wenig Gruppen stellt sich das Verstreute,
dunkel, auf langen Wegen, gehn die Leute,
und seltsam weit, als ob es mehr bedeute,
hört man das Wenige, das noch geschieht.

Und wenn ich jetzt vom Buch die Augen hebe,
wird nichts befremdlich sein und alles groß.
Dort draußen ist, was ich hier drinnen lebe,
und hier und dort ist alles grenzenlos;
nur daß ich mich noch mehr damit verwebe,
wenn meine Blicke an die Dinge passen
und an die ernste Einfachheit der Massen, —
da wächst die Erde über sich hinaus.
Den ganzen Himmel scheint sie zu umfassen:
der erste Stern ist wie das letzte Haus.

Rainer Maria Rilke, aus: Das Buch der Bilder

Ein Tag ohne Bier ist wie…

Ein Zitat, heute morgen gehört. Der Name des Autors ist mir leider augenblicklich wieder entfallen:

Ein Tag ohne Bier ist wie ein Tag ohne Wein.

In diesem Sinne.