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Mittwoch, 20. Februar 2013

Original und Fälschung -- Indigo Girl / Night Swimming

Heute hat mich ein Lied vom Lesen abgelenkt. "Indigo Girl" von "Watershed". Es war so hübsch, dass ich mein Buch weglegen musste.

 
Schön, dachte ich, sehr schön. Das klingt fast wie… – ja wie eigentlich?

The photograph on the dashboard, taken years ago,
Turned around backwards so the windshield shows.
Every streetlight reveals the picture in reverse.
Still, it's so much clearer.
Und jetzt die Frage: Eins der Lieder ist ein Meisterwerk – welches?

Freitag, 1. Februar 2013

The Centrifuge Brain Project

Jahrzehntelang wurde offenbar der Einfluss von Zentrifugalkräften auf das menschliche Gehirn erforscht, ohne dass dies den untersuchten Personen bewusst war.


Die Enthüllung war als Vorfilm im Subiaco-Kino Freudenstadt zu sehen.

Dienstag, 2. August 2011

Christy auf RTÉ

Ein Interview mit Christy Moore in der irischen Sendung "For One Night Only". Zu sehen bis zum 19. August.

http://www.rte.ie/player/#v=1106458

Donnerstag, 14. Februar 2008

Generick

There once was a [person] from [place]
Whose [body part] was [special case].
When [event] would occur,
It would cause [him or her]
To violate [law of time/space].

limerickdb.com top 150

Gefunden auf limericdb.com: der generische Limerick. Put your favorite body part here. Eine Seite, die man im Auge behalten sollte.

Mittwoch, 20. Dezember 2006

Was ist größer?

Einfach einer der schönsten Sätze von Tom Liwa.

Was ist größer – die Gefahr, etwas zu sehen, das man nicht sehn will,
oder die Gefahr, etwas zu verpassen?

Freitag, 20. Oktober 2006

Wissenschaftler…

Aus dem Wikipedia-Eintrag zu Katie Melua's Lied Nine Million Bicycles:

"On September 30, 2005, an article appeared in The Guardian newspaper in which physicist Simon Singh criticised the song's lyrics. Singh said that with the song Melua 'demonstrates a deep ignorance of cosmology and no understanding of the scientific method', and objected to its second verse, where the song's protagonist '[contrasts] such guesswork with her own confidence in her blossoming long-term love':

We are 12 billion light-years from the edge,
That's a guess — no-one can ever say it's true,
But I know that I will always be with you

Singh interpreted the first lyric as a statement that the observable universe was twelve billion years old, which he said was incorrect; according to 'the very latest data', the universe was actually 13.7 billion years old. He added, 'the next line in the song is unforgivable. To say that the age of the universe is 'a guess' is an insult to a century of astronomical progress. The age of the universe is not just 'a guess', but rather it is a carefully measured number that is now known to a high degree of accuracy'. He wrote replacement lyrics which he believed would, if used, remedy his concerns:

We are 13.7 billion light-years from the edge of the observable universe,
that's a good estimate with well-defined error bars,
Scientists say it's true, but acknowledge that it may be refined,
and with the available information, I predict that I will always be with you

Singh's statements received moderate coverage in the media, and led Batt to submit a response to The Guardian in which he defended his right to poetic license. Melua agreed to re-record the song's second verse with Singh's proposed lyrics, though she said she encountered difficulty fitting in all of the syllables. The revised version, which omitted the line 'Scientists say it's true, but acknowledge that it may be refined', premiered on the radio show The Today Programme on October 15. Melua said that she felt embarrassed by the error in the song, particularly given that she had been a member of her school's astronomy club. Singh himself later said he intended his article to be 'to some extent ... tongue-in-cheek', but that he also wanted to defend principles in cosmology 'that are on much firmer ground'. He added that he believed his response to the song's lyrics had helped introduce cosmology to a wider audience, and said that 'the writing of the original article was probably the most productive hour of my career'."

Sonntag, 8. Oktober 2006

Das Märschen von Mach und Helmholtz

Eben noch als Kommentar im Elektroooblog, jetzt schon hier bei uns am Schneesee: Das Märschen von Mach und Helmholtz, den großen Physikern I+II, und wie sie zu ihren Namen kamen.

Dies aber ist die Geschichte vom Mache-Ernst und vom Helmholtz-Hermann.

Es war eine Zeit, da lebten zwei Knaben, die waren die besten Freunde im Dorfe, und zwei ausgedachte Rabauken noch dazu. Kein Schülerstreich ward ausgeheckt, kein Gottestdienst ward gestöret, als daß nicht dabei die Namen unsrer zwei Spitzbuben in die Rede kamen. Die hießen aber der Hermann Holzkopf, und der Ernst, und der war so arm, daß er nicht einmal einen Namen hatte.

Nun kam aber die Zeit, da wurden die zwei Freunde sich recht feind, so daß keiner dem andern grad die Suppe im Teller hat leiden wollen. "Ein recht dummer August bist du", sprach da der Ernst zu dem Hermann, "heißest ja schon Holzkopf!" "Und du, du machest ja niemals einen rechten Scherz mit", sprach der Hermann, "Du habest ja nicht einmal einen Namen!" So und noch viel ärger hörte man die zwei sich streiten. Da aber im tiefen Innern die beiden sich doch wahrlich und eigentlich herzensgut waren, so zwackte es sie doch so arg in ihren Seelen, daß sie gar griesgrämlich und unfroh im Leben wurden.

"Dir werd ich’s zeigen, ob ich ein Holzkopf bin!", sprach da der Holzkopf-Hermann, "Die Physik will ich studieren, und die Energieerhaltung will ich entdecken!", und seinen Namen, den änderte er in "von Helmholtz", auf daß nicht er und nicht seine Kinder je wieder Holzkopf geheißen würden, und auf das "von" und das zusätzliche "t" im Namen, da war er so recht stolz. Der Ernst aber, wie er das sah, da sagte der ganz schnelle: "Du Hermann, da mach ich mit! Ich studier auch die Physik, und schneller als ein Knall will ich fliegen!". Und da ward aller Unbill wie weggefeget, und der Hermann studierte die Physik und fand die Energieerhaltung, und der Erst, der machte so richtig mit, und flog schneller als der Knall. Und da sagte der Ernst: "Hermann, eine Freude ist das, daß Du nicht mehr 'Holzkopf' heißest, sondern 'von Helmholtz'", (und ganz heimlich war auch er ein bisserl stolz auf das 'von' und das zusätzliche 't' im Namen), und der Hermann, der sagte: "Ach mein lieber Ernst, und ich bin doch so recht froh, daß Du nun auch einmal gar richtig mitmachst!"

Und von dem Tage an, da waren die zwei nur mehr der Helmholtz-Hermann und der Mache-Ernst genannt, und sie blieben ihr Lebtag die zwei besten Freunde, die man sich nur vorstellen kann.

Rüdiger

Freitag, 6. Oktober 2006

Der Lesende

Und wenn ich jetzt vom Buch die Augen hebe,
wird nichts befremdlich sein und alles groß.
Dort draußen ist, was ich hier drinnen lebe,
und hier und dort ist alles grenzenlos.

Wie schön. Meine Kollegin Inna hat mich (und das tut sie öfter) heute Mittag in der Kantine überrascht, indem sie auswendig die russische Übersetzung eines Gedichtes von Rilke rezitierte. Wie sie sagt war sie nachträglich von der deutschen Originalfassung enttäuscht, da sie offenbar nicht die gleiche sprachliche Schönheit besitzt. Obgleich ich das mangels sprachlicher Fähigkeiten nicht nachempfinden kann, so kann ich es mir bei einer wirklich guten Übersetzung jedoch vorstellen.

Der Lesende

Ich las schon lang. Seit dieser Nachmittag,
mit Regen rauschend, an den Fenstern lag.
Vom Winde draußen hörte ich nichts mehr:
mein Buch war schwer.
Ich sah ihm in die Blätter wie in Mienen,
die dunkel werden von Nachdenklichkeit,
und um mein Lesen staute sich die Zeit. —
Auf einmal sind die Seiten überschienen,
und statt der bangen Wortverworrenheit
steht: Abend, Abend… überall auf ihnen.
Ich schau noch nicht hinaus, und doch zerreißen
die langen Zeilen, und die Worte rollen
von ihren Fäden fort, wohin sie wollen…
Da weiß ich es: über den übervollen
glänzenden Gärten sind die Himmel weit;
die Sonne hat noch einmal kommen sollen. —
Und jetzt wird Sommernacht, soweit man sieht:
zu wenig Gruppen stellt sich das Verstreute,
dunkel, auf langen Wegen, gehn die Leute,
und seltsam weit, als ob es mehr bedeute,
hört man das Wenige, das noch geschieht.

Und wenn ich jetzt vom Buch die Augen hebe,
wird nichts befremdlich sein und alles groß.
Dort draußen ist, was ich hier drinnen lebe,
und hier und dort ist alles grenzenlos;
nur daß ich mich noch mehr damit verwebe,
wenn meine Blicke an die Dinge passen
und an die ernste Einfachheit der Massen, —
da wächst die Erde über sich hinaus.
Den ganzen Himmel scheint sie zu umfassen:
der erste Stern ist wie das letzte Haus.

Rainer Maria Rilke, aus: Das Buch der Bilder

Mittwoch, 31. Mai 2006

Schöpfer schöner Dinge

Ein Künstler ist Schöpfer schöner Dinge.

Die Kunst zu offenbaren und den Künstler zu verbergen ist die Aufgabe der Kunst.

Ein Kritiker ist, wer seinen EIndruck von schönen Dingen in eine neue Form oder in neuen Stoff übertragen kann.

Die höchste wie die niederste Form der Kritik ist ein Art von Selbstbiographie.

Wer einen häßlichen Sinn findet in schönen Dingen, ist verderbt, ohne anmutig zu sein. Das ist ein Fehler.

Wer einen schönen Sinn findet in schönen Dingen, hat Kultur. Er erweckt Hoffnungen.

Das sind die Auserwählten, denen schöne Dinge lediglich Schönheit bedeuten.

Etwas wie ein moralisches oder unmoralisches Buch gibt es nicht. Bücher sind gut geschrieben oder schlecht geschrieben. Nichts weiter!

Die Abneigung des neunzehnten Jahrhunderts gegen den Realismus ist die Wut Calibans, der sein eigenes Gesicht im Spiegel sieht.

Die Abneigung des neunzehnten Jahrhunderts gegen die Romantik ist die Wut Calibans, der sein eigenes Gesicht nicht im Spiegel sieht.

Das sittliche Leben des Menschen liefert dem Künstler einen Teil des Stoffgebietes, aber die Sittlichkeit der Kunst besteht im vollkommenen Gebrauch eines unvollkommenen Mittels.

Kein Künstler wünscht, etwas zu beweisen. Selbst Wahrheiten können bewiesen werden.

Kein Künstler hat ethische Neigungen. Eine ethische Neigung bei einem Künstler bedeutet eine unverzeihliche Manieriertheit des Stils.

Kein Künstler ist jemals dekadent. Der Künstler kann alles ausdrücken.

Gedanke und Sprache sind für den Künstler Werkzeuge einer Kunst.

Laster und Tugend sind für den Künstler Material einer Kunst.

Vom Standpunkt der Form ist die Urform aller Künste die Kunst des Musikers. Vom Standpunkt des Gefühls ist der Beruf des Schauspielers diese Urform.

Alle Kunst ist gleichzeitig Oberfläche und Symbol. Wer unter die Oberfläche geht, tut es auf eigene Gefahr. Wer das Symbol erklärt, tut es auf eigene Gefahr.

In Wahrheit wird der Betrachter und nicht das Leben durch die Kunst widergespiegelt.

Meinungsunterschiede über ein Kunstwerk beweisen, daß es neu, vielfältig und bedeutungsvoll ist.

Sind die Kritiker uneinig, so ist der Künstler einig mit sich selbst.

Wir können einem Menschen verzeihen, daß er etwas Nützliches geschaffen hat, solange er es nicht bewundert. Die einzige Entschuldigung für den, der etwas Nutzloses geschaffen hat, besteht darin, daß es höchlich bewundert wird.

Alle Kunst ist völlig nutzlos.

Oscar Wilde
Worte zu Dorian Gray

(Original)
(Wikipedia)

Donnerstag, 18. Mai 2006

Nicht vergessen

Die Zeit heilt alle Wunder

Die Zeit heilt alle Wunder,
wenn du sie gut verschnürst.
Bind nur die Stelle gut ab,
bis du es gar nicht mehr spürst.
Du weißt, ein Feuer geht aus,
wenn du es länger nicht schürst,
und du weißt, daß du besser
an alte Wunder nicht rührst.

Und auch das größte Wunder geht vorbei,
und wenn es dich nicht losläßt, zähl bis drei,
und es geht vorbei, es geht vorbei,
es geht vorbei, es geht vorbei.

Du kommst auf die Welt, um ihr den Kopf zu verdrehen.
Du lachst über Hunde und deine eigenen Zehen.
Du bleibst, kaum kannst du laufen, alle zwei Meter stehen,
und fällst auf die Knie, um noch ein Wunder zu sehn.

Und am nächsten Wunder ziehen sie dich vorbei.
Der, der dich am Arm hält, zählt bis drei,
und es geht vorbei, es geht vorbei,
es geht vorbei, es geht vorbei.

Die Zeit heilt alle Wunder,
schon nach wenigen Jahren.
Die Zeit heilt alle Wunder,
schon nach wenigen Jahren.
Die Zeit heilt alle Wunder.
Schon nach wenigen Jahren
nur noch Narben, da, wo Wunder waren.

Wann wirst du endlich lernen, dir nicht den Kopf zu verdrehen?
Du fällst über Hunde und deine eigenen Zehen.
Du kannst kaum grade laufen, bleibst alle zwei Meter stehen
und fällst auf die Knie, damit die Wunder dich sehen.

Und das zehnte Wunder zieht an dir vorbei.
Du betest, daß es stehen bleibt zählst bis drei,
und es geht vorbei, es geht vorbei,
es geht vorbei, es geht vorbei.

Die Zeit heilt alle Wunder,
schon nach wenigen Jahren
Die Zeit heilt alle Wunder,
schon nach wenigen Jahren
Die Zeit heilt alle Wunder.
Schon nach wenigen Jahren
nur noch Narben, da, wo Wunder waren.

Die Zeit heilt, und alle wundern sich nach all den Jahren,
daß nichts bleibt, als ein paar Stunden, da wo Wunder waren.
Die Zeit heilt, und alle wundern sich nach all den Jahren,
daß nichts bleibt, als ein paar Stunden, und Narben, da wo Wunder waren.

Die Zeit heilt alle Wunder.

Wir sind Helden

Mittwoch, 29. März 2006

In jeder Seele wohnt ein Frettchen

Falls ich's noch nicht erzählt habe, auf Tom Liwas Seite gibt es jeden neuen Neumond ein neues Stück Lied geschenkt.

Donnerstag, 9. Februar 2006

The girl with the sun in her eyes

Zum wiederholten mal erwischt von der Schönheit dieses Textes.

Picture yourself in a boat on a river,
with tangerine trees and marmalade skies.
Somebody calls you, you answer quite slowly,
a girl with kaleidoscope eyes.

Cellophane flowers of yellow and green,
towering over your head.
Look for the girl with the sun in her eyes
and she's gone.

Überlegt Euch nur mal, Ihr, in einem Boot, unter Orangenbäumen und einem Marmeladen­­­himmel…

(mp3)

Montag, 30. Januar 2006

Heute

Ich war ein Händler
ich war ein Einhorn
jetzt bin ich müde
jetzt bin ich müde.

Wer weiß, wie es weitergeht?

Montag, 5. Dezember 2005

We all shine on!

Am Donnerstag ist John Lennons fünfundzwanzigster Todestag.
Am 8. Dezember 1980 um 22 Uhr 50 Ortszeit kamen John und Yoko von Aufnahmen im Record-Plant-Studio zurück. Vor dem Dakota Building, dem Domizil der Lennons, standen wie so oft einige Fans und warteten auf den Ex-Beatle, um vielleicht ein Autogramm zu ergattern. Der 25-jährige Mark David Chapman harrte schon seit Stunden aus. Schon am Nachmittag, als John das Haus verließ, stand er hier. Wortlos hatte er dem Star die Plattenhülle von "Double Fantasy" hingehalten. Mit routinierter Gelassenheit hatte John seinen Namenszug auf die Hülle geschrieben und war weitergegangen. Jetzt, fünf Stunden später, rief der Fan: "Mister Lennon!" und ging auf John zu, der gerade aus dem Wagen ausgestiegen und auf dem Weg zum Hauseingang war. John blickte über die Schulter zurück und sah in die Mündung eines 38er Revolvers. Chapman feuerte fünfmal. Die Kugeln trafen John in den Rücken. Bereits die erste Kugel war tödlich.

Volker Rebell in seiner gestrigen Sendung
Solltet Ihr eines Tages Zweifel haben, weil Euch Euer eigenes kleines Licht gerade mal wieder etwas matt vorkommt, dann denkt daran, daß Ihr und ich und wir alle funkeln und scheinen wie der Mond, die Sterne und die Sonne zusammen. Jeder und jede einzelne von Euch.
Instant Karma's gonna get you,
Gonna knock you right on the head,
You better get yourself together,
Pretty soon you're gonna be dead.
What in the world you thinking of,
Laughing in the face of love,
What on earth you tryin' to do,
It's up to you, yeah you.

Instant Karma's gonna get you,
Gonna look you right in the face,
Better get yourself together darlin',
Join the human race.
How in the world you gonna see,
Laughin' at fools like me,
Who on earth d'you think you are,
A super star,
Well, right you are.

Well we all shine on,
Like the moon and the stars and the sun.
Well we all shine on,
Ev'ryone come on.

Instant Karma's gonna get you,
Gonna knock you off your feet,
Better recognize your brothers,
Ev'ryone you meet.
Why in the world are we here,
Surely not to live in pain and fear,
Why on earth are you there,
When you're ev'rywhere,
Come and get your share.

Well we all shine on,
Like the moon and the stars and the sun,
Yeah we all shine on,
Come on and on and on on on,
Yeah yeah, alright, uh huh, ah-.

Well we all shine on,
Like the moon and the stars and the sun.
Yeah we all shine on,
On and on and on on and on.

Well we all shine on,
Like the moon and the stars and the sun.
Well we all shine on,
Like the moon and the stars and the sun.
Well we all shine on,
Like the moon and the stars and the sun.
Yeah we all shine on,
Like the moon and the stars and the sun.

Sonntag, 27. November 2005

Robert Gernhardt: Siebenmal mein Körper

Mein Körper ist ein schutzlos Ding,
wie gut, daß er mich hat.
Ich hülle ihn in Tuch und Garn
und mach ihn täglich satt.

Mein Körper hat es gut bei mir,
ich geb' ihm Brot und Wein.
Er kriegt von beidem nie genug,
und nachher muß er spein.

Mein Körper hält sich nicht an mich,
er tut, was er nicht darf.
Ich wärme mich an Bild, Wort, Klang,
ihn machen Körper scharf.

Mein Körper macht nur, was er will,
macht Schmutz, Schweiß, Haar und Horn.
Ich wasche und beschneide ihn
von hinten und von vorn.

Mein Körper ist voll Unvernunft,
ist gierig, faul und geil.
Tagtäglich geht er mehr kaputt,
ich mach ihn wieder heil.

Mein Körper kennt nicht Maß noch Dank,
er tut mir manchmal weh.
Ich bring ihn trotzdem übern Berg
und fahr ihn an die See.

Mein Körper ist so unsozial.
Ich rede, er bleibt stumm.
Ich leb ein Leben lang für ihn.
Er bringt mich langsam um.

aus: Körper in Cafés. Gedichte. Zürich: Haffmans, 1987.